HOWOGE baut 130 Wohnungen um die alte Wache

Letzte Woche stellte Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der HOWOGE, persönlich das siegreiche Konzept für die Rathausstr. 12 im Lichtenberger Ausschuss für Ökologische Stadtentwicklung vor. Auch die verantwortlichen Stadträte Dr. Andreas Prüfer und Wilfried Nünthel haben vor dem Ausschuss gesprochen und eine erste Bilanz zu dem Verfahren gezogen. Wir wollen hier eine kleine Zusammenfassung und eine Wertung präsentieren.

Doch zunächst eine Ankündigung: Wer von den Sternen persönlich wissen will, wie sie im Nachgang das Verfahren einschätzen, welche Schritte zur Evaluation von den jeweiligen Akteuren unternommen werden und wie es mit der Initiative weitergeht, der ist herzlich eingeladen am vorerst letzten Anwohner*innentreffen teilzunehmen: diesen Donnerstag 9.10., um 17.00 Uhr in der Egon-Erwin-Kisch Bibliothek.

Dies sieht also das Konzept der HOWOGE vor: Auf dem fünfeckigen Gelände sollen ringsum durchgehend 5-stöckige Baukörper entstehen, welche knapp 130 Wohnungen und eine Kita für 100 Kinder beherbergen werden. Diese Zahlen verdeutlichen noch einmal, worauf wir bereits hingewiesen hatten und worauf das Stadtentwicklungskonzept für Wohnen des Senats derzeit hinausläuft: Ein Maximalbebauungskonzept schlägt die anfangs vom Liegenschaftsfonds großspurig angekündigte ausgewogene synergetische Mischung aus kulturellen, sozialen und pädagogischen Elementen, mit der wir uns beworben hatten und für die auch der Bezirk sich ursprünglich stark gemacht hatte.

Die HOWOGE weiß natürlich auch sehr genau, welche Vorstellungen die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu preisgünstigem Wohnen hat. So verwunderte es die anwesenden Sterne auch nicht, dass ca. 25 % der Wohnungen zu dem vergünstigten Preis von 6,50 € Kaltmiete pro Quadratmeter vermietet werden – diese Werte entsprechen immerhin ganz genau den Bedingungen, zu denen die Städtischen Wohnungsbaugesellschaften 27 andere Liegenschaften kostenfrei zur Bebauung zur Verfügung gestellt bekommen haben.

Einen deutlicheren Indikator, wie wenig richtungsweisend dieses sogenannte “Konzept”-Verfahren ist, gibt es eigentlich nicht. Auf Nachfrage der Sterne, ob die HOWOGE eine längere Mietpreisbindung als die geforderten 5 Jahre angeboten hat, antwortete Stefanie Frensch sehr deutlich und völlig richtig, dass es in solchen Verfahren wettbewerbsstrategisch keinen Sinn machen würde, mehr anzubieten, als es die Ausschreibung verlangt. Dementsprechend hat die HOWOGE für die Nutzung der alten Wache, die nach dem Abriss des gesamten Seitentrakts als freistehendes Aushängeschild für das Gelände stehen bleibt, auch kein zusammenhängendes Nutzungskonzept vorgelegt. Gerade dies hätten wir spannend gefunden, denn es ist vielleicht die letzte Chance, dem nun mehr Mega-Neubauprojekt der HOWOGE noch etwas Charmantes und Kreatives hinzuzufügen. Sicherlich – um das Verfahren für sich zu entscheiden, zielt man am besten darauf ab, die Kriterien bestmöglich zu erfüllen. Dass das aus unserer Sicht wenig aufregende Konzept der HOWOGE letztlich siegreich war, ist vor dem Hintergrund der verkorksten und wenig visionären Konzeption des Verfahrens sowie seiner übermäßigen Fokussierung auf Wohnraum nur folgerichtig.

Ob eine Zusammenarbeit mit der HOWOGE und den Rathaussternen auf dem Gelände noch denkbar sei, wollte mehr als ein Ausschussmitglied wissen. Stefanie Frensch hielt sich dazu bedeckt. Es sei noch nicht klar, ob das verfahrenstechnisch bzw. -rechtlich überhaupt möglich wäre. Klar wurde auch, dass die HOWOGE mit der Ausgestaltung und dem Verlauf des Verfahrens auch nicht zufrieden ist. Die Sterne finden es erst mal gut und wichtig, dass sich beide Bewerber an Evaluationsrunden, sowohl auf Bezirks- wie auch auf Senatsebene beteiligen werden.

Es wurde auch ein dritter Bewerber erwähnt, welcher sich scheinbar nicht an einer Auswertung beteiligen möchte, der jedoch im Verfahren den höchsten Kaufpreis bot.