HOWOGE erhält Zuschlag für die Rathausstraße

Laut einer Meldung der Berliner Zeitung vom Mittwoch, 17.09. hat sich nun auch der Liegenschaftsfonds selbst zur Vergabe geäußert und den Zuschlag an die HOWOGE bestätigt.

Schade, dass auch die Rathaussterne diese Bekanntmachung aus der Zeitung erfahren durften, aber gut, dass nun endlich darüber gesprochen werden kann, wer und mit welchem Konzept das Gelände kaufen und bewirtschaften darf. Die Berliner Zeitung hat offensichtlich erfahren, dass die HOWOGE nicht den höchsten Preis, dafür aber die “günstigsten Mieten” geboten hat. Wir wollen es aber gerne noch genauer wissen und rufen hiermit die HOWOGE dazu auf, ihr Konzept, wenn nicht im Internet, so doch bitte auf einer Veranstaltung den Lichtenberger*innen bekannt zu geben.

Auch waren wir überrascht, in dem Artikel folgenden Satz über uns zu lesen: “Denn aus dem Kreis der am Verfahren Beteiligten heißt es, man habe der Initiative zwar nicht die nötige Zahlungsfähigkeit zugestanden, doch lasse sich ihr Konzept durchaus in Kooperation mit der Howoge realisieren.”

Wir sind zum einen gespannt darauf, bei wem es sich bei diesem “Kreis der am Verfahren Beteiligten” personell genau handelt, zum anderen, wie sich dieser geheime Zirkel eine Kooperation unsererseits mit der HOWOGE im Angesicht der strengen Selbstverpflichtungen insbesondere bezüglich beabsichtigter Kooperationspartner, die sich Bewerber*innen in diesem Verfahren auferlegen mussten, vorstellt. Im Rahmen des Verfahrens bestand zwischen uns und der HOWOGE jedenfalls kein Kontakt.

Wir fragen uns insbesondere zum Dritten, ob nun ein ernstgemeintes Angebot zu erwarten ist, oder wurde da eher eine Hoffnung von gewissen Akteuren geäußert, man könnte mit einer Integration unsere Initiative unsere Kritik am Verfahren drosseln. Zu bestechen sind wir allerdings nicht so leicht. Wenn es stimmt, wie die Berliner Zeitung suggeriert, dass uns eine stabile Finanzierung unseres Konzeptes nicht zugetraut wurde, dann ist das eine Frechheit. Wir haben ausreichend Bankkredite für die erste Finanzierungsphase durch unsere Finanzierungspartnerin GLS zugesichert bekommen. Wenn unser Finanzierungskonzept grundsätzlich angezweifelt wird, verstehen wir das nicht nur als unsachliche Kritik an unserer Initiative, sondern auch als einen Affront gegen das seit 1992 erfolgreich funktionierende Finanzierungsmodell des bundesweiten Mietshäuser-Synikat. Solche pauschalen Misstrauensvoten sollte sich die alternative Stadtentwicklung nicht gefallen lassen. Es kann nicht sein, dass wir auf Gremien eingeladen und als Gesicht des kreativen Unternehmensgeistes herhalten dürfen, uns aber dann in den konkreten Vergaben Fallgruben gegraben werden.

Wir bitten Euch und besonders die Lichtenberger*innen, sich für Transparenz bei dem Verfahren einzusetzen. Schreibt die HOWOGE an und bittet Sie um eine Veröffentlichung ihres Konzeptes. Sie wird Euch bei dem Maß an Kiez- und Bürgernähe, dem sie sich in Lichtenberg verschrieben hat, sicher nicht enttäuschen.